Schon sehr lange steht ein Besuch der Region Wallis auf meiner Wunschliste. Unter anderem wollte ich unbedingt einmal den 5 Seen Weg in Zermatt besuchen. Da sich die Aletsch Region, Zermatt und Saas Fe perfekt für einen Kurztrip anbieten, haben wir unsere Sachen gepackt und sind losgefahren. Mit unserem Auto geht es von Vorarlberg über den Oberalppass und den Furkapass bis nach Fiesch ins Wallis. Wir wollen die freien Tage so gut es geht ausnutzen und haben uns auf dem Camping Eggishorn in Fiesch einquartiert. Ein sehr gemütlicher und schöner Campingplatz mit ausreichend Platz in der Aletsch Arena.
Tag 1: Wir erkunden die Aletsch Arena mit unseren
E-Mountainbikes
Los geht es mit der Erkundung der Aletsch Region. Klingende Namen wie Großer Aletschgletscher, Eggishorn, Moosfluh und Riederalp kommen einem in den Sinn. Bei guter Witterung kann man auch die Dreigestirne Eiger, Mönch und Jungfrau entdecken.
Ein Bike-Ticket ist schnell gelöst und wir fahren mit der Fiescheralpbahn auf die Fiescheralp. Dort lassen wir unsere Bikes stehen und fahren weiter bis zur Bergstation Eggishorn. Der Aussichtspunkt auf den Aletsch Gletsch ist grandios und zeigt sich von seiner schönsten Seite. Eiger, Mönch und Jungfrau sind nach ein paar Minuten komplett Nebelfrei und wir genießen die phantastische Aussicht von der Bergstation Eggishorn.



Mein Plan ist es, den Gipfel des Eggishorn zu besteigen. Der Gipfel hängt jedoch im Nebel fest und deshalb sehen wir keinen Sinn darin, die Gipfelbesteigung zu unternehmen. Kurz vor unserer Abreise haben wir dann noch erfahren, dass die Gletscherstube mit den E-Mountainbikes nicht erreichbar ist. Da der Tunnel derzeit renoviert wird, ist dieser Streckenabschnitt gesperrt. Alternativ ist die Gletscherstube nur über einen Wanderweg erreichbar. Dies war jedoch für uns dieses Mal keine Option.
Ein Grund mehr, nochmals hierher zurück zu kommen. Da es ja noch andere Möglichkeiten gibt, sich mit dem Bike auf den Trails der Aletsch Arena auszutoben, haben wir sofort eine Alternative gefunden.
Unterwegs auf den Trails in der Aletsch Arena
Von der Fiescheralp fahren wir mit den Bikes zur Bettmeralp. Es geht über Forstwege ganz einfach zu unserem Zwischenziel. Ich lasse mein Bike bei der Liftstation stehen. Dank Liftunterstützung geht es zur Bergstation Bettmerhorn. Mein Schatz nimmt das Bike mit der Bahn mit und lässt es sich nicht nehmen, auf einem Trail Richtung Bettmersee hinunter zu fahren. Ich habe es vorgezogen, den Lift zu nehmen. Ich bin noch nicht zu 100 % fit und mag nach meiner Hüft-Operation kein Risiko eingehen. Als Treffpunkt haben wir uns den Bettmersee ausgemacht. In der Zwischenzeit mache ich es mir am Bettmersee gemütlich, bis wir dann gemeinsam weiter in Richtung Riederalp fahren.
Ich wollte meinem Lieblingsmensch unbedingt den Aussichtspunkt auf der Moosfluh zeigen, den ich ja bereits mit Sabi von Smilesfromabroad vor Jahren besucht habe. Ihr könnt meinen Beitrag „Unterwegs am Aletschgletscher“ gerne nachlesen.



Der Weg von der Bettmeralp zur Riederalp ist gut zu fahren. Von hier geht es mit den Rädern hoch zur Mittelstation. Dort lassen wir die Bikes wieder stehen und fahren hoch bis zur Moosfluh. Für mich gibt es dort oben den schönsten Ausblick auf den Aletsch-Gletscher und mit etwas Glück könnt ihr von dort auch das Matterhorn erspähen. Wir haben eine klare Sicht auf die vielen Gipfel der Region.
Bei der Mittelstation geht es auf dem Blausee Flowtrail zur Riederalp zurück. Toni gefällt dieser Trail so gut, dass er ihn gleich nochmals fährt. Zum Schluss begeben wir uns auf den Weg ins Tal. Serpentinen um Serpentinen schlängelt sich der Weg bis nach Mörel. Von dort aus sind noch einige Höhenmeter zu überwinden, bis wir unseren Campingplatz in Fiesch erreichen. Was für ein erlebnisreicher Tag.
Info am Rande: Preis für die Bahnen mit der Bike-Card – (hier könnt ihr alle Bahnen samt Bike so oft ihr wollt an diesem Tag benutzen) kostet pro Person CHF 65,00 Verlinkung zur Aletsch-Arena (Stand Juli 2026)





Tag 2: Nächstes Ziel – Zermatt
Nachdem wir bereits am morgen vom Campingplatz Eggishorn ausgecheckt haben (wir durften unser Auto noch auf dem Parkplatz stehen lassen), führt uns unsere Reise weiter bis nach Randa. Dort befindet sich der am nächsten zu Zermatt liegende Campingplatz Attermenzen. Da keine Reservierungen vorgenommen werden können, fahren wir auf gut Glück dorthin. Wir müssen feststellen, dass dieser bereits sehr gut besucht ist. Wir finden dennoch einen zwar nicht ganz ebenen Platz, aber für 2 Nächte geht das in Ordnung. Der Platz ist groß und wirklich sehr sauber. Die Sanitäranlagen sind neu gemacht und es gibt sogar einen überdachten Aufenthaltsbereich. Zudem befindet beim Campingplatz auch Restaurant mit leckeren Speisen und zu fairen Preisen.
Von Randa nach Zermatt auf dem Randweg
Der nächste Morgen empfängt uns mit einem tollen Sonnenaufgang und wir sind schon so gespannt, was uns auf unserer Tour heute alles erwartet. Endlich geht es nach Zermatt auf den 5-Seen Weg. Hier kommt man an den Seen Stellisee, Grindjisee, Grünsee, Mosjesee und Leisee vorbei.

Bevor wir jedoch Zermatt auf dem Radweg erreichen, fordert uns diese Strecke ganz besonders. Für mich ist der Radweg definitiv viel zu schwer, denn es geht teilweise in Alpinem Gelände über Wanderwege bis nach Zermatt – Schiebepassagen inklusive. Ich rate jedem von euch an, die Verbindung mit der Bahn zu nehmen, denn dieser ausgeschilderte Radweg hat nichts mit einem normalen Radweg zu tun, wie man sich ausmalt, wenn man von einem Ort zum anderen fahren möchte. Ich habe ihn auf jeden Fall mehrfach verflucht: es war steil mit einigen Schiebepassagen, engen Kurven, die für mich unfahrbar waren …. und aufs fotografieren habe ich auch ganz vergessen!
Alternativ kann man auch auf der normalen Straße mit dem Rad von Randa bis nach Zermatt fahren.



Unterwegs auf dem 5-Seen Weg in Zermatt
Endlich in Zermatt angekommen und mit einigen Nerven weniger, starten wir mit meiner so lange ersehnten Wunschtour. Es geht zum 5 Seen Weg in Zermatt. Wir fahren mit der Standseilbahn von Zermatt bis nach Sunnegga. Dort steigen wir auf die Bahn um, welche uns nach Blauherd führt. Mit den Bikes im Schlepptau erreichen wir die Bergstation Blauherd. Der Ausblick hier oben ist wirklich bombastisch.
Zur Information: Alternativ zur Standseilbahn können die rund 700 Höhenmeter zur Sunnegga auch per Muskelkraft via Zermatt-Sunnegga Uphill bewältigt werden.
Wir verweilen nicht lange auf dem Blauherd, sondern starten mit den Bikes zum ersten und für mich schönsten See – dem Stellisee. Leider war es bei uns ein wenig windig, sodass keine Spiegelung im See zu sehen war. Bei windstillem Wetter spiegelt sich das Matterhorn im See. Was für eine traumhaft schöne Kulisse. Immer mit dem Matterhorn im Blick. Von hier aus könnt ihr einen Abstecher zur Fluhalpe machen. Ich stelle mir hier eine Übernachtung sehr romantisch vor. Vor allem am Morgen, wenn der erste Blick durch das Fenster auf das Matterhorn trifft.
Der Stellisee ist mein absoluter Favorit – schaut mal wie schön es da ist.




Auf einer Schotterstraße führt der Weg nun weiter zum nächsten der 5 Seen – dem Grindjisee. Danach der etwas abseits gelegene Grünsee. Spektakulär zeigt sich der milchig-türkise Moosjisee. Die Farbe des Wassers ist durch die Gletscherschmelze entstanden. Der letzte der 5 Seen ist der Leisee. Diesen kann man bereits von der Bergstation Blauherd erblicken.
Wer diese Tour als Wanderung unternimmt, der folgt den gut ausgeschilderten Pfaden teilweise über Wiesen und manchmal auch auf dem Schotterweg, den wir befahren.
Der Blick auf die vielen Viertausender im Wallis ist wirklich sehr beeindruckend. Wir hatten das Glück, das Matterhorn wolkenfrei zu erleben. Bei geeigneten Wetterverhältnissen spiegelt sich das Matterhorn in den Seen Stellisee, Grindjisee und Leisee.
Ich lass mal ein paar Bilder sprechen….












Ein kurzer Überblick über diese Tour:
Ausgangspunkt Bergbahn Station Blauherd. Dauer ist schwer zu sagen. Wir haben diese Tour als Tagestour gemacht. Angegeben sind 2-3 Stunden je nachdem wie lange man an den Seen verweilt. Streckenlänge 12,1 km. Höhenmeter 336 bergauf und 663 hm bergab.
Wir haben uns die Kombi-Karte für die 5 Seen Wanderung gekauft. Diese kostet je nach Saison 48 – 54 CHF. Verlinkung zu den Bahnen in Zermatt
Mein Tipp:
Unmittelbar unterhalb der Sunnegga Station beginnt der 6 Kilometer lange Sunnegga Flowtrail. Er eignet sich auch für Anfänger und endet an der Riedstrasse im Wald direkt am Dorfrand. Von dort bist du in wenigen Minuten in Zermatt.
Wir besuchen das autofreie Zermatt und fahren anschließend entlang der Straße von Zermatt bis nach Randa. Auf dem Campingplatz genießen wir ein ausgezeichnetes Abendessen und das wohlverdiente Bier.
Von unseren Nachbarn auf dem Campingplatz haben wir einen sehr wertvollen Tipp erhalten. Wenn man Saas Fe besucht, dann kann man die Saastal Card (Gästekarte) bei der man die Bergbahnen am An- und Abreisetag gratis benutzen. Da Saas Fe / Saas Grund ja nur eine Dreiviertelstunde von Zermatt entfernt liegt haben wir uns kurzerhand entschlossen, diese Tal zu besuchen.
Tag 3: Neues Ziel – Saas Grund / Saas Fe
Der nächste Morgen startet gemütlich und wir packen unsere Sachen zusammen. Wir fahren von Randa nach Saas Grund und quartieren uns auf dem Campingplatz am Kapellenweg in Saas Grund ein. Dort erhalten wir sogleich unsere Gästekarte (Saastal Card) für die Freifahrten der Bahnen am An- oder Abreisetag. Diese lösen wir auch gleich ein. Das heißt, nachdem wir den Campingplatz zugewiesen bekommen starten wir mit unseren E-Bike und fahren zur Hohsaas Bergbahn. Die E-Mountainbikes lassen wir bei der Bergbahn stehen, denn wir wollen soviel wie möglich von der Region sehen.
Unterwegs auf den Weg der 18 Viertausender
Die Bahn bringt uns auf eine Höhe von 3.142 m. Dort oben erwartet uns ein großartiges Highlight der Region. Und zwar wandern wir auf dem „Weg der 18 Viertausender“ – in kurzer aber äußerst spektakulärer Rundweg. Auf dem Rundweg präsentieren 18 Stationen mit Schautafeln und Gipfelsteinen die Geschichte und Besonderheiten der umliegenden Gipfel. Auf jeder Station bekommt man Informationen über Erstbesteigung, Namensherkunft und Interessante Geschichten über jeden einzelnen 4 Tausender.
Etwa auf halben Weg erreicht man einen wunderschönen Gletschersee, der sich hervorragend für Bilder eignet. Wir haben dort oben sehr viel Zeit verbracht. Wir ihr wisst, liebe ich Bergseen. Ich lass am Besten ein paar Bilder sprechen….




Nun geht es mit der Gondelbahn wieder zurück ins Tal. Bei der Mittelstation Kreuzboden steigen wir kurz aus und begutachten einen Trail, der sich ins Tal schlängelt. Wir haben diesen bereits bei der Bergfahrt gesehen und wollten ihn uns etwas genauer ansehen. Wenn wir etwas mehr Zeit mitgebracht hätten, wäre das eine sehr gute Alternative zur Bahn, um das Tal zu erreichen. Der Trail wird wie folgt beschrieben:
„Dieser mittelschwere Flowtrail beginnt in Kreuzboden und verspricht pures Bikevergnügen. Die Strecke schlängelt sich durch eine fabelhafte Alpenlandschaft bis zur Triftalp. Der Start befindet sich hinter dem Bergrestaurant Kreuzboden und führt Sie über bergige Weiden und durch bunte Lärchenwälder. Während der Abfahrt geniessen Sie eine atemberaubende Aussicht auf die Mischabelkette und die imposanten Viertausender des Saastals und werden dabei vom Glockengeläut der Kühe und dem Pfeifen der Murmeltiere begleitet.“
Das klingt sehr verlockend. Ein Grund mehr, im Herbst nochmals hierher zu kommen.





In Saas Grund angelangt fahren wir mit unseren E-Mountainbikes rasch noch nach Saas Fe. Knapp 250 hm gilt es zu überwinden, denn wir möchten so schnell wie möglich die nächste Bergbahn erwischen. Mit der Spielboden Bahn fahren wir bis zur Station 2. Das Allalinhorn ist zum Greifen nahe. Gletscherabbrüche sind zu sehen und man sieht, wie sich der Gletscher zurück bildet.
Wenn ihr etwas mehr Zeit als wir mitbringt, dann könnt ihr bei der Station 1 aussteigen und die Murmeltiere mit geeignetem Futter, welches ihr zu kaufen bekommt, füttern. Hier wimmelt es nur so von diesen herzigen Zeitgenossen. Bereits aus der Bahn könnt ihr diese erspähen. Das ist ein ideales Zeil auch mit Kindern.

Nach einen kurzen Aufenthalt auf der Station 2 geht es für uns nun wieder zurück ins Tal und weiter zur Felskinn Bergbahn. In letzter Minute erreichen wir die Bahn und fahren hoch bis zum Tor zum Mittelallalin. Von dort aus kann man mit der Metro Alpin – das ist die höchstgelegene unterirdische Standseilbahn der Welt bis zum Drehrestaurant Allalin befördert werden.
Aber Achtung: der Preis für diese Verbindung ist im Gratisticket nicht enthalten.
Für uns geht es nach kurzer Zeit wieder zurück ins Tal. Ein Besuch im Autofreien Ort Saas Fe darf natürlich nicht fehlen. Mir gefällt das ruhigere Saas Fe um Welten besser als das übertouristische Zermatt und ich bin dankbar, dass wir diesen Abstecher hierher gemacht haben.
Den Abend lassen wir bei einem gemütlichen Abendessen auf dem Campingplatz ausklingen. Am Abend wird es auch hier recht kalt und wir beschließen nach Sonnenuntergang rasch in unsere Schlafsäcke zu verschwinden und schlafen auch sehr bald ein.
Am nächsten Morgen wollen wir unser Frühstück beim Mattmark-Stausee in Saas Grund, am Ende des Tales einnehmen. Wir sind früh dran und direkt unter dem Stausee gibt es einen Stellplatz für Camper. Wir genießen unser Frühstück bei herrlichem Sonnenschein mit Ausblick auf Saas Grund. Wir beobachten ein Murmeltier, das sich nicht weit von uns entfernt, in aller Ruhe etwas zu fressen sucht. Es gibt keinen schöneren Abschluss hier im Wallis als so einer….





Tag 4: Wir machen einen Abstecher ins Göschenental
Mein Schatz war vor vielen Jahren das letzte Mal im Göschenental. Er erzählt mir von der Begehung des Westgrates auf den Salbitjien und zeigt mir ein spektakuläres Bild von der Salbitnadel. Viele von euch kennen diese Felsnadel bestimmt, auf der das Aufstehen am Gipfel eine riesige Challange ist. Ob dies nicht auch eine tolle Tour für mich wäre?
Wir haben nicht allzu viel Zeit, aber den Stausee mit dem Blick auf die hohen Berge lassen wir uns nicht entgehen. Der Campingplatz hier am Ende des Tales sieht sehr lieblich aus und ich glaube, wir müssen bald hierher zurückkehren. Es gibt sehr viele tolle Klettertouren und wer weiß, vielleicht stehe auch ich bald am Gipfel der Salbitnadel.




Es heißt Abschied von dieser traumhaften Region zu nehmen. Wir starten mit unserer Rückreise und fahren Richtung Heimat.
Ich bin immer wieder erstaunt, was man alles in so kurzer Zeit sehen und erleben kann. Wir waren von Mittwoch Mittag bis Sonntag Abend unterwegs und was soll ich sagen. Es war einfach gigantisch. Ich kann jedem nur anraten, auch mal Kurztrips zu machen. Es fühlt sich toll an und man zehrt lange von solch schönen Erlebnissen.
Das wars von unserer Reise ins Wallis. Wer weiß, wohin unser nächstes Abenteuer führt. Auf jeden Fall werde ich gerne darüber berichten.
Falls euch meine Beiträge gefallen, dann freue ich mich immer sehr über eure Kommentare. In diesem Sinne…
Bis bald
Eure Bine


