Viele von euch haben es vielleicht gemerkt, dass es in den letzten Monaten auf meinem Blog ziemlich ruhig geworden ist und es wenig Neues zu lesen gab. Das hat einen besonderen Grund. Meine Hüftdysplasie hat mich in den letzten Monaten so stark eingeschränkt, dass an Sport nicht mehr zu denken war. Deshalb habe ich mich nach langem hin und her für eine Hüft-Totalendprothese (TEP) entschieden.
Was ist eine HÜFT-TEP?
Die Hüft-TEP ist eine Operation, bei der ein künstlicher Ersatz des gesamten Hüftgelenkes, bestehend aus Hüftpfanne und Hüftkopf eingesetzt wird. Diese können aus Metall Keramik und abriebfestem Kunstoff oder Titan bestehen. Der Eingriff dient der Schmerzlinderung und der Wiederherstellung der Beweglichkeit, meist bei fortgeschrittener Arthrose oder angeborener Hüftdysplasie. Bei mir bestand seit Geburt an eine Hüftdysplasie, wodurch meine Linke Hüfte so stark abgenutzt wurde, dass diese nun durch ein künstliches Gelenk ersetzt werden musste.

Hüft-OP und wie geht es weiter?
Nach wirklich jahrelangen Schmerzen und vielen Schmerzmitteln hatte ich micht einen OP-Besprechungstermin (auf diesen habe ich 6 Monate gewartet). Anschließend ging es aber richtig schnell. Ich hatte unglaubliches Glück, dass ich einen sehr schnellen OP-Termin bekommen habe. Ich wurde nach meinem OP-Besprechungstermin auf eine Warteliste gesetzt und siehe da, drei Wochen nach dem Gespräch – es war an einem Dienstag nachmittag um halb 4 Uhr, klingelte mein Telefon und das Krankenhaus war in der Leitung. „Wenn ich bis zum folgenden Tag um 9:00 Uhr im Krankenhaus sein kann, dann werde ich am Donnerstag morgen operiert.“ Da musste ich ohne lange zu überlegen sofort zusagen, da ich ohne Schmerztabletten gar nichts mehr machen konnte.
Gesagt getan und so war es dann auch. Die OP war am Donnerstag und ist perfekt verlaufen. Ich durfte meine Hüfte nach der OP voll belasten. Mein Kreislauf spielte an den Tagen nach der OP noch ein wenig verrückt, aber ansonsten konnte ich bereits selbstständig auf die Toilette. Am nächsten Tag bekam ich bereits meine erste Physioeinheit – wie bewege ich mich mit den Krücken richtig – und ich durfte dann auch gleich Treppen steigen. Alles lief wirklich perfekt. Am Sonntag, also am 3. Tag nach der OP, durfte ich dann bereits nach Hause. Die Krücken waren mein ständiger Begleiter – als Vorsichtsmaßnahme – dass ich nicht stürze.
Ich habe mich mit Absprache meines Arztes gegen eine Reha und für eine Physiotherapie entschieden. Bisher bin ich damit sehr gut gefahren. Nach der OP durfte ich für 6 Wochen das operierte Hüftgelenk nicht mehr als 90 Grad beugen. Dies dient der Prävention einer Hüftluxation. Der rechte Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel durfte beim Sitzen nicht überschritten werden.
Daran habe ich mich wirklich die ganze Zeit gehalten. Zudem musste ich während ich schlief, ein Kissen zwischen die Beine legen. Dies verhindert nachts das Übereinanderlegen der Beine und sichert die Stabilität.
Nach 2 Wochen wurden mir dann die Klammern entfernt und von da an habe ich dann gleich auch mit der Narbenbehandlung angefangen. Meine nächsten Wochen bestanden aus Physiotherapien, kurzen Geheinheiten und Erholung.
Ich bin seit der OP an der Hüfte schmerzfrei. Nur in die ersten Wochen nach der OP war ein Schmerz im Oberschenkel der sich anfühlte, als hätte man einen gigantischen Muskelkater. Aber diese Schmerzen kommen von der OP. Denn diese wurde nach der minimalinvasiven Methode (hier werden keine Muskeln durchtrennt) durchgeführt. Wer sich so eine OP auf Video ansehen möchte, der kann dies hier tun.
Von nun an hieß es fleißig üben und auch kurze Spaziergänge waren möglich. Diese habe ich dann kontinuierlich gesteigert.

6 Wochen Kontrolle
In der 6. Woche nach der OP stand meine nächste Kontrolle bei meinem Arzt an. Hier gab es nun die Freigabe fürs Radfahren und auch die 90 Grad Regel durfte ich nun fallen lassen. Ich gehe weiterhin fleißig zur Physio und konzentriere mich auf Kraft, Koodination und Beweglichkeit. Diese Einheiten ergänze ich mit fast täglichen Sporteinheiten im Gym, beim Radfahren oder wandern.
Nun bin ich in der 8. Woche nach der OP und ich muss sagen, es geht mir wirklich sehr, sehr gut. Ich bin immer noch schmerzfrei und hoffe, dass dies auch so bleibt. Ich bin voll motiviert auf alles was noch kommt, freu mich schon auf die nächsten Bergtouren, E-Bike Runden und auf das Klettern.



Für uns geht es die kommende Woche auf Kurzurlaub in unsere Lieblingsregion – ich glaube viele wissen es, wo es für uns hin geht. Bis dahin werde ich noch fleißig trainieren und ich freue mich schon sehr, auf einen phantastischen Bergsommer. Klettern darf ich in 4 Wochen wieder und darauf freue ich mich umso mehr. Also es bleibt spannend, was mich dieses Jahr noch erwartet.
Bis bald
Eure Bine
Auch interessant:


