Klettern am Falzaregopass – Orizzonti di Gloria am kleinen Lagazuoi

Der Falzaregopass  zählt zu den viel besuchten Regionen in den wunderschönen Dolomiten. Auch wir kommen immer wieder gerne hierher, denn hier findet man unzählige schöne Kletterrouten. Dass man hier nicht alleine unterwegs ist, merkt man schnell, denn viele Wanderer und Klettersteiggeher haben sich die gleiche Zielregion in den Dolomiten ausgesucht. Vor allem im August wimmelt es hier nur von Leuten. Nichts desto trotz haben wir uns für die Kletterroute Orizzonti di Gloria am kleinen Lagazuoi entschieden.

In der Beschreibung heißt es:
steiler griffiger, fast perfekter Kalk und keine schlechte Seillänge
.

Ob dies wirklich auf diese Route zutrifft, wollten wir nun selbst herausfinden.

Die lohnende Klettertour Orizzonti die Gloria am kleinen Lagazuoi

Die sieben Seillängen dieser Route sind der perfekter Anfang für einen Kletterurlaub in den Dolomiten. Langsam an die Felsen gewöhnen, ein relativ kurzer Zustieg von 30 Minuten und  perfekter Fels – Herz was willst du mehr. Wir parken unser Fahrzeug direkt bei der Seilbahn am Lagazuoi und starten von hier aus, bepackt  mit unserer Kletterausrüstung auf der Skipiste in Richtung  Bergstation. Allzu lange folgen wir dem Weg nicht, denn noch bei den Latschen folgen wir dem angeschriebenen Weg zum Kaiserjägersteig nach links. Dieser Weg führt unter der Felswand vorbei. Die letzten 100 m folgen wir einer Schuttrinne. Der Zustieg ist mit einem Steinmänchen markiert. Die Tour ist mit einer Metalltafel angeschrieben und einfach zu finden.

Vor uns befinden sich 2 Kletterer in der Wand, welche wir schon beim herrichten unserer Klettersachen vom Parkplatz aus ein wenig beobachtet haben. Unser Gedanke war, dass diese Seilschaft bestimmt schon sehr viel weiter oben sein wird, wenn wir einsteigen. Dem war aber nicht so, denn die 2. Seillänge konnten die Kletterer nicht überwinden. Als wir beim Einstieg waren, seilten diese Kletterer ab. Somit hatten wir die Route für uns allein. Dies ist ein großer Vorteil, denn somit dürfte es wenig Steinschlag in der Wand geben.

Gleich kanns losgehen…

Das Klettergeschirr ist rasch angelegt und wir starten in die Route Orizzonti die Gloria. Sie ist mit dem Schwierigkeitsgrad 6+/7- angegeben und umfasst 7 Seillängen. Dies ist für den Beginn unseres Kletterurlaubes perfekt.  Die erste Seillänge ist spärlich abgesichert und es muss ziemlich vom Haken weggeklettert werden. Dies ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn in der letzten Zeit waren wir eher in Klettergärten unterwegs. Es geht zügig voran und wir gewinnen rasch an Höhe. Die 2. + 5. Seillänge fordern doch ein wenig, denn für mich ist es eher ungewohnt, mit einem Rucksack zu klettern. Dennoch macht die Kletterei hier unheimlich viel Spaß und der Fels ist richtig cool. Nach 6 gekletterten Seillängen folgt die letzte Seillänge und somit die Schlüssellänge. Der ausgesetzte, leicht überhängende Pfeiler mit Seitschuppen verlangt nochmals etwas Konzentration, bis man dann die letzten Meter über eine griffige Pfeilerkante das Top erreicht.

Zwischendurch den Ausblick genießen…
Hier geht es ganz schön zur Sache….
Der Blick nach oben wie es weitergeht.
Im Hintergrund der Blick auf die Cinque Torri.

Hier in der letzten steilen Seillänge…
Was für ein toller Ausblick auf die umliegenden Berge….

Der Abstieg

Der Abstieg von den Klettertouren in den Dolomiten ist oftmals nicht ganz so einfach zu finden. Dieses Mal ist es aber umgekehrt. Vom letzten Stand der Tour folgen wir über flaches Gelände bis zu dem Weg, welcher zum Kaiserjägersteig führt. Den Klettersteig nutzen wir für unseren Abstieg. In ca. 45 min sind wir wieder zurück auf dem Parkplatz bei der Bergbahn am Lagazuoi. Beim letzten Besuch sind wir diesen Klettersteig hochgeklettert.

Zurück geht es über den Kaiserjägersteig wieder zum Lagazuoi Parkplatz.
…eine kurze Pause gefällig?
Im Hintergrund die Wand des kleinen Lagazuoi mit der Kletterroute Orizzonti di Gloria.
Beim Abstieg finden wir immer wieder wunderschöne Edelweiss!

Informationen zur Route:

Diese Route ist gut mit Borhaken eingerichtet. Dennoch sollte man im 5. Grad sicher unterwegs sein, um die Route stressfrei klettern zu können. Keine Seillänge ist leichter als der 5. Grad. Die schweren Seillängen ist gut abgesichert, dennoch sind die Stellen meines Erachtens eher hart bewertet.

Ausrüstung für diese Tour:

Für diese Klettertour haben wir 2 Halbseile mit 60 m Länge verwendet. Zusätzliche Klemmkeile und Friends sind von Vorteil. Wir haben jedoch keine gebraucht. Die Route ist auch mit einem Einfachseil machbar. Für die Route benötigt man 12 Expressschlingen. Was bei mir sonst noch alles bei einer Klettertour im Kletterrucksack Platz findet, könnt ihr gerne hier nachlesen.

Facts in Kürze:

Ausgangspunkt: Parkplatz bei der Lagazuoi-Bergbahn

Schwierigkeit der Route: 6+/7- 5+ obligatorisch, die Schlüsselstellen können A0 geklettert werden
Die Route umfasst 7 Seillängen. Das Topo findet ihr auf bergsteigen.com

Ausrüstung: normale Kletterausrüstung, eventuell Klemmkeile und Friends, 12 Expressschlingen

Zustiegszeit: ca. 30 min vom Parkplatz der Lagazuoi Bergbahn

Abstiegszeit: ca. 45 min über den Kaiserjägersteig

Mir hat die Route ausgesprochen gut gefallen. Ein toller Einstieg in die Kletterwelt der Dolomiten mit recht guter Absicherung. Die letzte Seillänge fand ich genial, steil, leicht überhängend und richtig ausgesetzt.

Welche Routen wir in unserem Dolomitenurlaub sonst noch geklettert sind, erfahrt ihr in den kommenden Beiträgen. Ihr dürft gespannt sein, denn es sind noch ein paar Schmankerl dabei.

Also dann bis bald

Eure Bine

 

 

 

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