Zermatt und das Matterhorn – eine Kombination, die man wohl sofort im Kopf hat, wenn man an Zermatt oder das Wallis denkt. Vor Ort wirkt die berühmte Kulisse allerdings noch einmal ganz anders: noch spektakulärer als man es sich erträumt hat. Diesen phantastischen Blick auf das Matterhorn kannst du haben und zwar ganz einfach auf dem unglaublich schönen 5-Seenweg (Route Nr. 11) – ausgehend von der Bergstation Blauherd – hoch über Zermatt.
Auf dem 5-Seenweg kommst du am Stellisee, Grindjisee, Grünsee, Mosjesee und Leisee vorbei. Entweder zu Fuß oder mit dem E-Mountainbike – beides ist möglich. Wir haben uns entschieden, diese Tour mit dem E-Mountainbike zu fahren. Und es war eine gute Entscheidung wie wir finden.
Wie komme ich am besten hin?
Zermatt ist autofrei – wer mit dem Auto anreist, muss dieses in Täsch abstellen und von dort mit der Bahn weiterfahren. Wir haben uns jedoch für eine sportlichere Variante entschieden und sind mit dem E-Mountainbike nach Zermatt gefahren.
Ausgangspunkt unserer Tour ist der Campingplatz in Randa, der nur wenige Kilometer von Zermatt entfernt liegt und sich daher ideal als Ausgangspunkt eignet. Von dort folgen wir dem ausgeschilderten Randweg zunächst nach Täsch.
Ab Täsch führt die Route weiter in Richtung Zermatt. Diesen Abschnitt kann ich allerdings nur bedingt empfehlen. Am Ende des Ortes Täsch führt der Weg über einen Wanderweg mit einigen steilen Serpentinen und anschließend über einen Höhenweg nach Zermatt. Trotz E-Mountainbike musste ich das Rad an mehreren Stellen schieben, da die Steigungen und der Untergrund doch recht anspruchsvoll waren.
Beim nächsten Mal würde ich deshalb ab Täsch die Straße nach Zermatt nehmen. Diese Variante ist zwar weniger idyllisch, dafür aber deutlich unkomplizierter und vermutlich auch wesentlich entspannter zu fahren.
In Zermatt führt uns der Weg zum Ausgangspunkt dieser Tour – genauer gesagt zur Standseilbahn nach Sunegga und dann weiter mit der Bergbahn zur Station Blauherd. Nachdem wir die Kombi-Karte für den 5-Seenweg gekauft haben, fahren mit der Standseilbahn von Zermatt bis nach Sunnegga. Diese kostet je nach Saison 48 – 54 CHF. Verlinkung zu den Bahnen in Zermatt.
In Sunnegga steigen wir auf die Blauherd Bahn um. Mit den Bikes im Schlepptau ist das ganz einfach und in kurzer Zeit erreichen wir die Bergstation Blauherd. Bereits hier oben ist der Ausblick auf die hohen Berge bombastisch. Von hier aus kann man bereits der Leisee sehen. An diesem kommt man ganz zum Schluss der Wanderung vorbei. Wer mit dem Bike unterwegs ist, der muss einen kleinen Umweg fahren, um den Leisee zu erreichen.
Zur Information: Alternativ zur Standseilbahn können die rund 700 Höhenmeter zur Sunnegga auch per Muskelkraft via Zermatt-Sunnegga Uphill bewältigt werden.

Vom Blauherd bis zum Stellisee
Wir verweilen nicht lange auf dem Blauherd, sondern starten mit den Bikes zum Ersten und für mich schönsten See – dem Stellisee. Leider war es bei uns ein wenig windig, sodass keine Spiegelung im See zu sehen war. Bei windstillem Wetter spiegelt sich das Matterhorn im See. Was für eine traumhaft schöne Kulisse. Immer mit dem Matterhorn im Blick. Von hier aus könnt ihr einen Abstecher zur Fluhalpe machen. Ich stelle mir hier eine Übernachtung sehr romantisch vor. Vor allem am Morgen, wenn der erste Blick durch das Fenster auf das Matterhorn trifft.
Der Stellisee ist mein absoluter Favorit.




Vom Stellisee zum Grindjisee
Weiter geht unsere Fahrt zum nächsten See – dem Grindjisee (2.324 m). Der Weg führt weiter bergab zu einem kleinen, verwunschenen Naturparadies. Direkt bei der Schotterstrasse lassen wir unsere Räder und wandern auf dem gut ausgetretenen Weg auf die gegenüberliegende Seite des Sees. Denn nur von dort aus könnt ihr das Matterhorn und den See sehen. Der Grindjisee ist von dichten Lärchen gesäumt und Heimat einer geschützten, äußerst artenreichen Hochmoorflora.
Bitte bleibt auf den Wanderwegen, damit die Fauna und Flora in dieser herrlichen Region erhalten bleibt.

Vom Grindjisee zum Grünsee
Wir fahren von Grindjisee etwas steiler bergab und besuchen den etwas abseits gelegenen Grünsee (2.300 m). Der Name hält, was er verspricht. Das eiskalte, klare Wasser dieses Sees schimmert in tiefen Grüntönen. Am Ufer der felsigen Moränenlandschaft des Findelgletschers befinden sich kleine Sandstrände. Wagemutige nutzen den See im Hochsommer für eine erfrischende Abkühlung. Auch hier habt ihr das Matterhorn immer im Blick. Der nächste See ruft…


Vom Grünsee zum Moosjisee
Auch zum nächsten See geht es immer auf gut zu fahrenden, geschotterten Forstwegen. Recht spektakulär zeigt sich der milchig-türkise Moosjisee. Die Farbe des Wassers ist durch die Gletscherschmelze entstanden. Dieser See erinnert mich sehr an unserem Besuch des Lago di Sorapis in den Dolomiten. Er unterscheidet sich optisch komplett von den anderen Naturgewässern. Es ist ein künstlich angelegter Stausee, der primär für die Stromerzeugung und das beschneien der Skipisten genutzt wird.
Auf dem Weg in Richtung Leisee haben sich die berühmten Walliser Schwarznasenschafe auf die Straße gelegt und den Schatten der Bäume genutzt. Die wohl lustigste Straßensperre der Schweiz ;-) Schaut mal….


Vom Moosjisee zum Leisee und zurück zur Bergstation Sunegga
Wer den Leisee besuchen möchte, der sollte mit E-Mountainbike genau darauf achten, wo die Abzweigung zum See verläuft. Der Leisse befindete sich direkt unterhalb der Station Sunnegga. Er ist ein beliebter Familien- und Badesee mit einem großen Kinderspielplatz und Grillstellen. Auch hier lässt sich ein letztes Mal das Matterhorn im Wasser fotografieren.
Ihr könnt aber auch noch einen Abstecher nach Findeln machen. Es liegt auf rund 2.100 Metern Höhe und ist eine Siedlung mit schwarz gebrannten Holzhäusern. Heute ist Findeln weltweit als kulinarischer Hotspot bekannt. Hier reihen sich erstklassige Gourmet-Bergrestaurants aneinander.

Ein kurzer Überblick über diese Tour:
Angegeben sind 3,5 – 4 Stunden je nachdem wie lange man an den Seen verweilt.
Unser GPS zeigt eine Streckenlänge von 12,1 km, Höhenmeter 336 bergauf und 663 hm bergab, an.
Bei der Wanderung auf dem offiziellen 5-Seenweg beträgt die Länge 6,8 Kilometer. Aufstieg 165 hm und Abstieg 454 hm. Wer diese Tour als Wanderung unternimmt, der folgt den gut ausgeschilderten Pfaden teilweise über Wiesen und manchmal auch auf dem Schotterweg, den wir befahren.
Der Blick auf die vielen Viertausender im Wallis ist wirklich sehr beeindruckend. Wir hatten das Glück, das Matterhorn wolkenfrei zu erleben. Bei geeigneten Wetterverhältnissen spiegelt sich das Matterhorn in den Seen Stellisee, Grindjisee und Leisee.
Mein Tipp für E-Mountainbiker:
Unmittelbar unterhalb der Sunnegga Station beginnt der 6 Kilometer lange Sunnegga Flowtrail. Er eignet sich auch für Anfänger und endet an der Riedstrasse im Wald direkt am Dorfrand von Zermatt.
Für mich ist diese Tour eine der schönsten in der Schweiz und sollte unbedingt auf eure Liste. Vor allem das Panorama und immer der Blick auf das Matterhorn sind unbeschreiblich.
Wo wir übernachtet haben
Wir haben uns dafür entschieden, auf dem Campingplatz in Randa zu übernachten. Dies ist auch der letzte Campingplatz vor Zermatt. Eine günstige Möglichkeit Urlaub hier zu verbringen. Vorreservierungen konnten bei diesem Campingplatz keine gemacht werden. Er ist sehr groß und absolut sauber. Es gibt auch ein Restaurant, welches sich direkt am Campingplatz befindet.
Wir waren insgesamt 4 Tage im Wallis unterwegs. Was wir sonst noch alles hier unternommen haben könnt ihr im Beitrag: „Mit dem Mountainbike im Wallis unterwegs“ gerne nachlesen. Viel Spaß dabei.

Ward ihr schon mal im Wallis oder habt ihr den 5-Seenweg in Zermatt schon gemacht? Ward ihr auch so begeistert wie ich? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.
Bis bald
Eure Bine
Nun noch ein paar Schnappschüsse dieser aussichtsreichen Panoramatour auf dem 5-Seenweg in Zermatt:











