Sportklettern im Winter- aber wohin? Tipps zur Planung einer Kletterreise

Sportklettern, aber wohin?

Wenn ein Kletterurlaub ansteht, kann ich es kaum erwarten, mit der Planung loszulegen. Ich liebe es, Reisen zusammen zu stellen, neue Plätze auszuforschen und neue Klettergebiete in Erfahrung zu bringen. Aber wie finde ich eine passende Kletterdestination. Nach welchen Kriterien suche ich mir die Klettergebiete aus? Was muss alles vorhanden sein, damit ich mich dort auch wohlfühle?

Hier zeige ich euch, wie meine perfekte Kletterdestination aussieht und auf was ich bei der Planung achte:

Zuerst stelle ich mir folgende Fragen:

  • Wie lange soll mein Aufenthalt dauern. (übers Wochenende, 1 Woche, 10 Tage oder länger?) Wie kann ich am meisten freie Tage für meinen Aufenthalt generieren, ohne dass ich viele meiner raren Urlaubstage verbrauchen muss. (zum Beispiel versuche ich immer die verlängerten Wochenenden nutzen)
  • Zu welcher Jahreszeit ist ein Kletterurlaub geplant? Das ist wichtig, da wir wissen müssen, wie die Kletterfelsen ausgerichtet sein sollen (im Winter – südseitig, im Sommer – eher Nordseitig bzw. in höher gelegenen Regionen)
  • Soll die Anreise mit dem eigenen Auto sein, oder wollen wir mit dem Flugzeug anreisen? Brauchen wir dann am Ankunftsort ein Mietfahrzeug?
  • Wo wollen wir übernachten? Campingplatz, Pension oder vielleicht in einem Hotel?
  • Wer fährt alles mit? Wollen wir unseren Urlaub alleine verbringen, oder wollen Freunde mitkommen?

Aufenthaltsdauer

Das sind im Vorfeld einige der wichtigsten Fragen, die geklärt werden müssen. Sobald wir wissen, wie lange wir Zeit haben, dann entscheiden wir, ob mit dem Auto oder per Flugzeug gereist wird. Angenommen, es steht ein Urlaub mit dem Auto an, es ist Winter und die Felsen sollten nach Süden ausgerichtet sein, dann suche ich mal nach Inspiration im Internet, wenn es ein Klettergebiet sein soll, welches wir noch nicht kennen. Ich schau da gerne unter www.8a.nu – unter der Rubrik Gebiete findet man sehr viel Informationen, welche Gebiete gerade angesagt sind.

Passendes Klettergebiet

Sobald das Gebiet ausgesucht ist, schaue ich mal, ob es Informationen zum Klettergebiet im Netz gibt, bzw. welcher Kletterführer der Passenste ist. Vielleicht hat im Bekanntenkreis jemand einen Kletterführer über genau diese Kletterdestination und kann diese verleihen? Es wäre auch möglich, dass derjenige dieses Klettergebiet schon kennt und Infos dazu hat. Hier lege ich auch sehr großen Wert darauf, wie sind die Kletterrouten abgesichert! Sind die Hakenabstände sehr groß bzw. zum Fürchten (dann scheidet dieses Gebiet schon mal für mich aus)? Wie sieht es mit den objektiven Gefahren in diesem Klettergebiet aus? Ist es steinschlaggefährdet? Wie lange dauern die Zustiege in die Sektoren? All diese Dinge versuche ich bereits im Vorfeld abzuklären.

Unterkunft

Ein wichtiger Teil der Reiseplanung ist auch die Übernachtung. Über die Buchungsportale informiere ich mich, welche Pensionen oder Hotels es in der Nähe gibt. Dann vergleiche ich die Preise in den Buchungsportalen und auch mit den direkten Preisen der Unterkünfte, indem ich in der  Pension oder dem Hotel anrufe  und dort direkt nachfrage, was für ein Preis sie machen können. Vielfach ist es günstiger, direkt in der Unterkunft zu buchen. Man kann sich hier einiges ersparen. Das haben wir bei der Übernachtung in Mugello in der Nähe des Motorradringes erfahren. Den Bericht dazu könnt ihr gerne hier nachlesen.

Anreise

Wenn die Unterkunft geklärt ist, dann geht es noch um die Planung der Anreise. Wenn diese mit dem Auto erfolgt, dann ist es ganz praktisch, wenn man ein Navigationssystem zur Hand hat. Dieses sagt einem genau, wie man am schnellsten an den besagten Ort kommt bzw. auch wie lange die Fahrt dauern wird. So kann man gut planen, wann man die Reise antritt. Wir machen es öfters so, dass wir bereits am Abend noch losfahren u. dann zwar in der Unterkunft spät am Abend ankommen. Somit können wir die Urlaubstage perfekt nutzen.

Kletterführer

Was ist auch gerne im vorhinein schon mache, sobald ich den Kletterführer bzw. die Kletterinformationen für ein Kletterziel in der Hand habe, schaue ich, in welchen Sektoren die für mich passensten Routen vorhanden sind. Je nachdem, in welchem Schwierigkeitsgrad man unterwegs ist. Diese schreibe ich mir dann zusammen u. wenn wir vor Ort sind, schaue ich mir diese Sektoren als Erstes an.

Vorschläge zu Kletterdestinationen im Winter

Wenn ich überlege, wohin man im Winter zum Klettern fahren könnte, so fallen mir einige Klettergebiete spontan ein. Da wäre einmal die Kletterregion Finale und Oltre Finale an der ligurischen Küste Italiens. Über Oltre Finale habe ich bereits einmal unseren Besuch dokumentiert. Die Kletterregionen rund um Monaco zählen auch zu den Winterdestinationen.

Wie wäre es mit einer Kletterreise nach Sardinien? Wir waren schon mehrfach dort und haben diese Destination auch schon über Weihnachten besucht. Hier gibt es unseren Beitrag über Sardinien.

Eine Kletterreise mit dem Flugzeug könnte ich mir nach Leonidio – in der Nähe von Athen – im Winter sehr gut vorstellen. Von hier hört man immer mehr und diese Destination zählt inzwischen zu den Hotspots beim Klettern. Leonidio steht bei mir ganz weit oben auf meiner Bucketlist. Diese Felsen sind meistens nach Süden ausgerichtet u. deshalb über die Wintermonate auch gut zum Klettern geeignet.

Sehr gut geeignet wäre auch ein Besuch in Sizilien – denn hier sind viele Felsen ebenfalls südseitig ausgerichtet. Gerade die Gebiete nördlich von Trapani – bei San Vito lo Capo eignen sich hier ganz Besonders.  Auch über diese Destination gibt es hier auf dem Blog einen tollen Beitrag. Wir haben Sizilien im Herbst besucht.

Spanien ist natürlich auch nicht zu vergessen. Auch hier gibt unzählige Felsen, welche nach Süden ausgerichtet sind und die Temperaturen sind in Spanien meistens über die Wintermonate sehr angenehm. Hier gibt es einen Bericht über unseren Besuch in Catalunya. Auch in Spanien gibt es noch viele Klettergebiete, welche auf meiner Bucketlist stehen wie zum Beispiel die Region El  Chorro, und Costa Blanca usw.  Sehr gerne würde ich nochmals das Kettergebiet Margalef besuchen. Hier gibt’s die Infos dazu.

Es gibt noch viele Klettergebiete die man im Winter besuchen könnte und die wir nicht kennen. Die meisten, die hier angeführt sind haben wir besucht und kann ich auch gerne empfehlen. Über Kletterdestinationen im Sommer gibt es demnächst einen gesonderten Beitrag

Wie geht ihr bei eurer Planung für eine Kletterreise vor? Gibt es Tipps von eurer Seite? Ich freu mich über eure Kommentar.

2 Replies to “Sportklettern im Winter- aber wohin? Tipps zur Planung einer Kletterreise”

  1. Sabine Moosbrugger sagt: Antworten

    Liebe Astrid,
    danke für den tollen Tipp. Ja Laos wäre auch noch eine gute Idee.
    Ich habe mir euren Bericht angesehen und der macht richtig Lust darauf.
    Tolle Bilder u. viele Tipps.
    Steht bei mir auch auf meiner Bucket List.
    Wünsche euch ebenfalls schöne Festtage!
    Ganz liebe Grüße
    Sabine

  2. Ein herrliches Winterkletterziel stellt Südostasien dar. Wir haben uns dieses Jahr in das größte Gebiet in Laos verliebt. Einfach traumhaft! Vorrausgesetzt man bringt genug Urlaubstage und scheut sich nicht vor 1,5 Tagen Anreise.
    Einen kleinen Eindruck kannst dir unter https://outsideandventure.wordpress.com/2017/12/03/sleep-eat-climb-repeat/ verschaffen.

    Frohes Fest!

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